1991 ist mein Vater gestorben. Alle aus der Familie und alle Freunde waren wie vor den Kopf gestoßen, dass er so jung (62 Jahre) gestorben ist. Am schlimmsten traf es jedoch unsere Mutter. Jetzt, nach dem sie nach 16 Jahren meinem Vater gefolgt ist, kann ich nur rückblickend sagen, dass sie schon damals mit meinem Vater gestorben ist. Beide waren so stark miteinander verbunden, dass sie ohne ihn ihren Lebenswillen verloren hat. Alle Bemühungen aus der Familie und nahen Freunden, sie aufzumuntern, schlugen letztendlich fehl. Sie flüchtete immer mehr in ihre innere Welt und äußerte auch immer wieder, dass sie eigentlch nicht mehr leben möchte. 
Ich bin kein Psychologe und das, was ich hier sage ist auch keine fundierte fachliche Meinung, aber ich denke mit dem Tod meines Vaters fing das Vergessen meiner Mutter an.
Sie lebte in Gedanken in der Zeit, als mein Vater noch lebte und erzählte auch immer wieder aus dem gemeinsamen Leben mit ihm. Das Leben um sie vergaß sie mehr und mehr.

 


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